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Samtgemeinde Walkenried
Präambel
In einer fast 1000-jährigen Kulturlandschaft, geprägt vom Zisterzienserkloster mit Bergbau, Verhüttung, Glashütten und Wald- und Weide sowie fast 100-jähriger zertifizierter Tourismustradition ist es unsere Verpflichtung unsere Heimat auch zukünftig als Heimat für kommende Generationen zu erhalten.
Als Anschluss an die Entwicklung der 60er Jahre mit der Parallelexistenz von Industrie und Tourismus kann unsere Region wieder Heimat von zukünftigen, stadtflüchtigen Generationen 50+ und Existenzgrundlage für junge Familien werden.
Im Gegensatz zu anderen Regionen haben wir als dörfliche Einheiten in der Samtgemeinde Walkenried die Chance, die durch die demoskopischen Vorraussagen wegbrechende Bevölkerung durch Zuzug aus den Städten bei bezahlbaren Kosten zu kompensieren.
Dieses Leitbild soll „Leitplanke“ für zukünftige Entscheidungen und umsichtiges Handeln auf allen kommunalen Ebenen zur Erhaltung des Lebensraumes für Bürger und Neubürger mit Zukunftsperspektive sein.
1. Geschichte
Zorge, hier wurden bereits 1842 Lokomotiven gebaut und Wieda mit der Ofenhütte, waren selbstversorgende Ortschaften mit einer langen industriellen Tradition, während Walkenried von der Landwirtschaft, vielen mittelständischen Handwerksbetrieben und der Gipsindustrie lebte. Zorge und Wieda waren Orte mit einem Überangebot an Arbeitsplätzen das durch einpendelnde Arbeitskräfte gedeckt wurde.
Das Lohnniveau lag stets am unteren Ende der Skalen.
In allen Gemeinden wurde der Tourismus zunehmend zur Einnahmequelle und Basis für Infrastrukturmaßnahmen, bis die Besucherzahlen nach der Wiedervereinigung stark abfielen.
Wir wollen den geschichtsträchtigen Lebensraum attraktiv halten und alle wirtschaftlichen Möglichkeiten nutzen, wie Jahrhunderte zuvor, die Region interessant und lebenswert zu erhalten.
2. Wirtschaft
Nach massivem Einbruch der Arbeitsplätze in den Siebziger Jahren wurde verstärkt auf Tourismus ohne langfristiges Konzept gesetzt. Die verbliebenen Industriebetriebe gibt es heute noch. Die wenigen großen Betriebe in allen drei Gemeinden haben sich stabilisiert, sind aber extrem konjunkturabhängig und natürlich inzwischen durch national und international völlig auseinanderlaufende Förderpolitik im langfristigen Bestand gefährdet. Wegbrechende Steuerkraft bei Konjunktureinbruch kann in den Gemeinden nicht ausgeglichen werden.
Wir wollen die Interessen der Industrie im Hinblick auf langfristigen Bestand in der Region und Erhaltung der Arbeitsplätze vertreten und dafür eintreten, dass Investitionsförderungen vor Ort an der Förderpolitik der konkurrierenden Standorte oder Länder festgemacht werden.
Wir wollen attraktiv und berechenbar für Reinvestitionen zur Standortsicherung bleiben und die Randlage zum zweiten Mal nach 1945 überwinden.
Wir betrachten den Tourismus als Wirtschaftsfaktor und als einzige Chance für einen Wirtschaftsaufschwung in der Region.
3. Tourismus
Der Tourismus wurde in Wieda schon vor fast 100 Jahren (Luftkurort) und in Walkenried seit den
60er Jahren betrieben. Er war in allen drei Gemeinden immer eine wichtige Nebenerwerbsquelle, die insbesondere nach 1945 aufgrund der Randlage den hier lebenden Bürgern die Chance eröffnete, ein vergleichbares Niveau der Lebensverhältnisse anderer Regionen zu erreichen. Zorge wurde gerade neu als Luftkurort prädikatisiert.
Auch jetzt und für die Zukunft (2015+) ist es wichtig, zusätzlich Kaufkraft in dieser Region durch den Tourismus zu sichern. Nachteile durch die demografische Entwicklung können ausgeglichen werden.
Wir wollen für den Tourismus die jetzt benötigten Rahmenbedingungen wieder herstellen, erhalten und unter Ausnutzung von Förderungen zu bereits vorhandenen Wegen, Ziele im Südharz, in Abstimmung mit den „Nachbarn“ schaffen. Wir wollen weiterhin attraktiv sein und Strahlkraft für potentielle Gäste und Investoren bieten.
Beispiele für touristische Ziele und attraktive Konzepte:
Ausbau der Klostervermarktung und Thementourismus (Fisch)
Aussichtsturm auf dem Stöberhai
Mönchsgärten und der Konzern
(Fischerei, Bergbau, Füllenberg, Käseberg, Ziegental, Verhüttung)
Glashütten-Erlebnisweg in Wieda
Finken-Traditon als moderne elektronische, virtuelle Welt
Skiflyinganlage im Hasenwinkel
Staufenberg und seine regionale Bedeutung
Seniorenspielplatz
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4. Verwaltung / Haushaltssanierung
Die Ursachen der angespannten Haushaltslage sind vielfältig und verteilen sich auf viele Ebenen gewachsener Strukturen in der Verwaltung und den Kommunen. Oft war der Kirchturm, - nicht die Zukunft und die sich ändernde Welt-, das Maß aller Dinge. Eine Gegensteuerung unter Berücksichtigung der Interessen dieser Region fand nicht statt.
Wir wollen eine exzellent geführte Verwaltung, kompetente Fachbereiche, dringend eine Effizienzsteigerung, vergleichbar mit anderen Verwaltungen und Kommunal- Strukturen, die auf wirtschaftliche Stabilität und touristische Weiterentwicklung fokussiert sind. Wir brauchen ein Fördermanagement und ausgeprägte interkommunale Zusammenarbeit (IKZ) in allen Bereichen der kommunalen Aufgaben.
Wir wollen eine angemessene Steuer- und Abgabenpolitik und die Einnahmen optimieren.
5. Bürgernähe
Viele Aufgaben werden in den Gemeinden von Vereinen und Verbänden getragen. Förderungen mussten aufgrund der Finanzlage weitestgehend aufgegeben werden.
Wir wollen diese Leistungsträger als gleichberechtigte Partner der Kommune verstehen und sie als solche behandeln. Die Bürger wollen wir bei allen sie und den Lebensraum betreffenden Entscheidungen einbinden. Wir erstreben die aktive und vollendete Integration aller Menschen in die Dorfgemeinschaft an.
6. Kultur
Das kulturelle Leben wird ebenfalls weitestgehend von den Vereinen getragen. Öffentliche Aktivitäten und geförderte Veranstaltungen wurden vor Jahren eingestellt.
Wir müssen Strategien entwickeln um das noch vorhandene kulturelle, Sport- und Freizeit- Angebot aufrecht zu erhalten und auf die Ansprüche unserer Bürger, Neubürger und Gäste ausrichten und unterstützen.
7. Bevölkerung und Infrastruktur
Die Mitgliedsgemeinden der SG-Walkenried sind nach der Grenzöffnung, wie schon in den 60er Jahren für Berliner, Hamburger und Bürger aus Nachbarländern, beliebte Wohnorte für Neubürger, eingebettet in gesunde Natur mit noch durch den Tourismus gewachsenen Strukturen. Die teils stark eingeschränkte Infrastruktur kann z. Zt. noch durch natürliche Ausstrahlung einer Urlaubsregion verdeckt werden.
Die jahrzehntelange Randlage und nicht getätigte Investitionen haben Spuren hinterlassen, und diese wurden auch nicht durch gezielte Entwicklungsförderung und Strategien nach 1990 bereinigt.
Der erste starke Bevölkerungsrückgang durch Wegzug hier ansässiger Bürger nach 1990 in die nähere Umgebung ihrer alten Heimat (Berlin/Hamburg) wurde durch Zuzug aus den neuen Bundesländern ausgeglichen..
Aufgrund der Liebenswürdigkeit der drei Gemeinden zeigt sich auch heute eine Tendenz, dass trotz der demographischen Probleme und nur beschränkt vorhandener Arbeitsplätze Leerstände durch Neubürger um 50+ gering gehalten werden können. Das hohe Durchschnittsalter der einheimischen Bevölkerung wird in naher Zukunft zu weiteren freien Wohnkapazitäten führen.
Wir wollen den Reiz der Natur, die klimatisch günstige Harzlage, die überregionale Anbindung durch die Bahn in Walkenried und die Autobahnnähe sowie den Tourismus nutzen, um der wachsenden Stadtbevölkerung eine Wohn-Alternative für den Ruhestand bieten zu können. Wir wollen damit erreichen, dass die Bevölkerungszahlen hier nicht weiter einbrechen, Infrastruktur (Wasser/Abwasser) funktionsfähig bleibt, die Kosten nicht weiter steigen und die Nahversorgung aufrecht erhalten werden kann. Wohnen, wo andere Urlaub machen!
Wir wollen einen Kindergarten in jedem Ort sichern, und eine Schullandschaft mit den Nachbarn gestalten, die den Anforderungen moderner Bildung und kurzer Wege gerecht wird und damit auch jungen Familien eine Perspektive geben. Die Sicherung der vorhandenen medizinischen Grundversorgung für ein gesundes und würdiges Leben im Alter ist uns wichtig.
CDU-Fraktionen im SG-Verband mit den
Gemeinden Wieda- Zorge- Walkenried
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